Balgach (Transkription Nr. 1492)

Schulort Balgach
Konfession des Orts: Gemischt konfessionell
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1458, fol. 121-122v
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Säntis
Distrikt 1799: Unterrheintal
Agentschaft 1799: Balgach
Kirchgemeinde 1799: Balgach
Ort/Herrschaft 1750: Fürstabtei St. Gallen
Kanton 2015: St. Gallen
Gemeinde 2015: Balgach
In dieser Quelle wird folgende Schule erwähnt:
  • Balgach, Pfarrbericht (Niedere Schule, katholisch)
05.03.1799

Freiheit! Gleichheit!
Antworten Über den Zustand der schul.

I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

Balgach

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?

Ein Dorf

I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?

Es ist eine eigene gemeinde

I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?

Zu der von Balgach

I.1.dIn welchem Distrikt?

Zu dem des Unteren Rheinthals.

I.1.eIn welchen Kanton gehörig?

Zu dem Kanton Sentis

I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.

dermalen sind nur 2 haüser eine starcke viertelstunde von dem Dorf entlegen.

I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.

Die Jsenriedt Mülle, und der schluch

I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und

Zu Jedem eine Viertelstunde

I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.

Von der Jsenriedt Mülle 3. Von dem schluch dermalen noch Keine.

I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.

Berneck — Marbach. Widnau Rebstein.

I.4.bDie Entfernung eines jeden.

Auf Berneck eine stunde — Auf Marbach 3 viertel stunde — Auf Widnau und Rebstein eine starcke halb stund.

II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?

So viel es noch der Altem Ordnung der Dingen hat seyn könen

II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?

Lesen, und schreiben.

II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?

nur in dem Winter: gemeinlich 20 bis 22 wochen.

II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?

Was ein Jedes Kind mit sich bringt. Catechismus andere geistliche bücher. Auch geschichten, Zeitungen, und brief &

II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?

diese macht der schuellehrer.

II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

vormitag 3 stunde. Nachmittag 3 stunde.

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

||[Seite 2] Die Katolische Kirchen Angehörige!
Ein Jeder, welcher verlangte schuelmeister zu werden, musten alle Jahre an dem sontag vor, oder nach Martini bey einer ganzen Versamlung aler Hausvätteren, um diesen Dienst anhalten, nach welchem die bluts fründschaft und schwagerschaft eines Jeden (wen mehrere anhielten abtreten müssen, der Jenige welcher den mehrere Stimmen bekame, ware schuellehrer.

III.11.bWie heißt er?

Johanes Jacobus Öhler.

III.11.cWo ist er her?

von Balgach.

III.11.dWie alt?

33 Jahre

III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?

Ja — Er hat eine Alte Mutter, dermallen aber nur noch ein Kind.

III.11.fWie lang ist er Schullehrer?

3 Jahre.

III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?

Nirgends — sein beruf ist nebst der schule sein Kleines gütlein zu bearbeiten, und um des lohn andren Nachbaurer zu helfen. in diesem ist auch die beantwortung der folgenden fragen.

III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?
III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?

Vor denen — bis 82 — auch bis 90
dieses Jahr aber etwas weniger

III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)

Knaben meistens bis 50.
mädchen bis 20 — dies darum dieses Jahr, weilen viele, zu dem stiken angehalten werden wegen, den Jener währenden Einquartierungen der französichen truppen — Doch kan ich sie versicheren, das die Knaben alle schreiben und lesen Können. die Mädchen lesen Ja auch die mehrere schreiben — Was das Rechnen anbelangt mus es privat gelernet werden.

III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)

ist keine schuel — weil keine stiftung vorhanden. und die meiste Kinder zu der hand arbeit müssen angehalten werden. freilich wurde es gut sein wen wenigstens 3 viertel Jahre Könte schuel gehalten werden — Aber ein Pfarer müste mit mehrer Volmacht versehen werden — um sie dazu anzuhalten,

IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)
IV.13.aIst dergleichen vorhanden?

||[Seite 3] Ja.

IV.13.bWie stark ist er?

Der schuelMeister hat für seinen lohn Jede wochen so lang die schuel dauret 1 fl. 30 xr.
Das Capital für die schuel ist 839. fl. 29 xr. 3 de.
auch mus aus diesem für das an einheizen gesorget werden.

IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?
IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?
IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?
IV.15Schulhaus.

Übrigens ist ein besonderes schuelhaus da, nur schade, das es seit deme es gebaut worden noch nicht bezalt ist — das gelt wurde von dem Kirchen gut genomen. dahero mus die gemeind für 702 fl: 38. [xr.] 3 de.
und der SekelMeister Mälzlers sel. Erbsmasen #per## 66 fl. gut stehen.

IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?
IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?
IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?
IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?

Übrigens ist ein besonderes schuelhaus da, nur schade, das es seit deme es gebaut worden noch nicht bezalt ist — das gelt wurde von dem Kirchen gut genomen. dahero mus die gemeind für 702 fl: 38. [xr.] 3 de.
und der SekelMeister Mälzlers sel. Erbsmasen #per## 66 fl. gut stehen.

IV.16Einkommen des Schullehrers.
IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.
IV.16.BAus welchen Quellen? aus
IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?
IV.16.B.cStiftungen?
IV.16.B.dGemeindekassen?
IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)
Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers

NB Auch hat der schuel oder schuelvogt alle Jahre in dem herbst bezogen für die schuel 3 bis 4 Eymer weisen wein, von dem gestifft zu St. gallen.

Unterschrift

Dieses ist was man dermalen von dem Zustand der schuel anzeigen Kan.
Jn dem Namen der bürger Vorsteher der Katolischen Kirchen Angehörigen und schuhllehrers
Bürger Jacobus Aloysius Erz Pfarrer
Balgach den 5ten Merz 1799

Zitierempfehlung: